Stockholm
Friday, June 1st 2007, 17:17 by wuzManche Leute schreiben Weblogs um über aktuelle Ereignisse zu berichten, wir schreiben Weblogs um über Erlebnisse vor Monaten zu schildern. Also begebt euch mit mir auf eine weitere Reise in die Vergangenheit, und macht euch bereit für die Mutter aller Blogeinträge! Zumindest sind wir mittlerweile im April angelangt und die treue Leserschaft erinnert sich bestimmt dass für Anfang April unsere Russlandreise auf dem Programm stand, welche von Stockholm ihren Anfang nehmen sollte. Da wie die selbsternannte Hauptstadt des Nordens noch gar nicht gesehen haben beschlossen wir vorher 3 Nächte im “Venedig des Nordens” zu verbringen.
Am 30.03.2007 ging es dann um 7:00 in der Früh mit dem Zug Richtung Stockholm. Ich weiß nicht ob wir Växjö jemals zu dieser Zeit gesehen haben aber es verlief alles unspektakulär. In Stockholm Central Station angekommen mussten wir uns eingestehen dass das Kleinstadtleben und der Campus auf uns abgefärbt haben, so viele Leute waren wir gar nicht mehr gewöhnt. So eine Tunnelbana (schwedisches Pendant zu unserer U-Bahn) ist schon eine tolle Sache und so erreichten wir unser geniales Hostel (UEBER IYHF Youth Hostel Zinkensdamm, Insel: Södermalm), allerdings erst nach einem etwas längeren Fußmarsch als erwartet und gut versteckt. Das Hostel ist aber wirklich spitze… 2 Stationen von der Altstadt (Gamla Stan) entfernt und nettes 2 Bett-Zimmer mit eigenem Bad. Weiters gabs noch ein Fernseher mit Canal+, welcher hier in schwedischen Hostels der pay-per-view-Sender schlechthin sein dürfte. Doch für unsere 2 mutigen Helden ging es sofort in Richtung Altstadt zum Sightseeing à la Kreuzigungstruppe im Schweinsgalopp. Ganz so stressig war das ganze dann doch nicht, die archetektonischen Highlights halten sich in Grenzen, aber was die Stadt so einmalig macht ist die Landschaft und die natürliche Umgebung. Die Stadt selbst setzt sich aus mehreren tausend Inseln zusammen und hier und dar ragen einzelne Kliffs heraus, die sich vorzüglich für kleiner Partys, für Barbecue mit Blick auf die Stadt oder einfach für ein gemütliches Bier eignen. Glücklicherweise haben wir auch so einen genialen Platz in gehweite von unserer Basisstation gefunden, aber dazu später. Denn jetzt war wie bereits erwähnt erstmal Stadtbesichtigung angesagt. So spazierten wir durch Riddarholmen, Gamla Stan und Kungsholmen. Spätestens beim Spazieren durch die engen Gassen von Gamla Stan hat mich das Flair dieser wunderschönen Stadt erfasst, sollte man wirklich gesehen haben. Die Kehrseite ist die hier betriebene Preispolitik, vor allem wenn man die Preise beim Fortgehen bedenkt sollte man für ein Auslandssemester in Schweden ein gigantisches Budget einplanen. Nach der ersten Stadtbesichtigung pilgerten wir noch über die hiesigen Haupteinkaufsstraßen, da war an diesem Freitag auch einiges los und so durften wir zur Abwechslung nach fast 3 Monaten wieder Großstadtflair genießen.
Bevor wir uns dem Abendprogramm unserer 2 Helden in Stockholm widmen wird die sehr geschätzte Leserschaft neuerlich aufgefordert sich auf eine Zeitreise zu begeben und zwar diesmal Anfang Jänner in die lustige stressige Zeit nach Uni-Skikurs und vor Abreise nach Schweden. Zu diesem Zeitpunkt hab ich nämlich unseren Lieblingstutor im Labor getroffen (liebe Grüße an Thomas Egger an dieser Stelle!), über Schweden philosophiert und ausgemacht dass ich mich melde falls wir nach Stockholm kommen da er aufgrund seiner Freundin öfters im Norden anzutreffen ist. Wie der Zufall es so will waren in Österreich gerade Osterferien und wir haben uns für Samstag zum intensiveren fortgehen verabredet und deswegen beschlossen Stefan und ich am Freitag (Tag 1) nur kurz das Nachtleben auf der Hauptstraße anzutesten. Wir wurden bereits vorgewarnt dass es unter 25 und mit gewissen Dresscodes schwierig werden könnte, aber nach ein, zwei Versuchen haben wir eine sehr stylische Bar ausfindig gemacht um den Abend ausklingen zu lassen.
Stockholm Tag 2
Am zweiten Tag ging es dann auf die Insel Djurgården in das berühmte Vasa Museum. Eigentlich sollte man nach dieser katastrophalen Geschichte nie wieder ein Schiff betreten, bei dessen Konstruktionszyklus Schweden mitgearbeitet haben, aber dafür gibt es jetzt dank einer spektakulären Bergung ein komplette Schiff (die Vasa) zu bewundern. Welches übrigens aufgrund gravierender Fehlkalkulationen gepaart mit einer kleinen Prise Größenwahn ohne jegliche Feindeinwirkung bei der Jungfernfahrt nach 120 Metern gesunken ist. Das Museum ist wahrlich einen Besuch wert: auf mehreren Etagen kann man einen Blick auf das imposante Schiff werfen; zusätzliche Exponate und ein Film über die aufwendige Bergung runden das faszinierende Bild ab.
Danach wollten wir noch einen Blick auf den kleinen, ebenfalls auf der Insel Djurgården gelegenen, Vergnügungspark machen, dieser war aber zu diesem Zeitpunkt geschlossen. So beschlossen wir ins Hostel zurückzukehren und bis zum Abend zu relaxen. Zuvor stand aber die in Stockholm nicht so einfache Nahrungsbeschaffung ganz oben auf der Liste. Unsere Laune besserte sich erheblich als wir im Supermarkt (Coop Forum) tatsächlich eine Möglichkeit fanden frisches Essen mit nach Hause zu nehmen. Wir erinnerten uns an take-away Möglichkeiten und erhofften und ähnliches Preis-Leistungs-Verhältnis wie zum Beispiel beim Cyber-Billa. Billig ist auch beim Essen aus dem Supermarkt hier relativ und so hab ich für ungefähr 4 Schweinsmedaillions in Pfeffersauce mit Kartoffelsalat knapp 9 Euro gezahlt, hat aber immer noch nach einem vernünftigen Deal ausgesehen. Umso größer die Enttäuschung als nach dem ersten Bissen das königliche Mahl offensichtlich eiskalt war. Wer verkauft kalte Fertig-Hauptspeisen im Supermarkt. Da sich unser Hostel eher auf Hotelniveau bewegt gab es keine Mikrowellen zur freieren Verfügung, tja da haben wir wohl verloren. Am Abend nahmen uns dann Thomas und sein Freund Daniel auf eine Tour durch Stockholmer Nachtleben, welche auch über eine interessante singapuresische Bar führte und im Debaser endete. Erinnert ein klein wenig an das Flex und es tat wirklich gut mal musikalisch beim Fortgehen nicht nur die gleichen 5 leider aus den schwedischen Charts zu hören mit denen wir in Växjö in den Studentpubs bombardiert werden. Stockholmer Nachtleben rockt auf alle Fälle gen Himmel, vielen Dank noch mal an Thomas und Daniel!
Stockholm Tag 3
Am Sonntag war erstmal ausschlafen angesagt, danach ging es zu weiteren Sehenswürdigkeiten wie unter anderem der Stockholm Globe Arena, das „largest hemispherical building in the world“.
Weiters haben wir ganz in der Nähe von unserem Hostel einen Chinesen mit einem Lunchbuffet um 79 SEK gefunden, damit war zumindest unser Essen für die letzten 2 Tage gesichert. Am Rückweg unserer sonntäglichen Sightseeing Tour haben wir dann auch den besagten schönen Platz auf den Steinen mit Ausblick über die Stadt gefunden, Mel wenn ich die Fotos erbeten dürfte. [Mel] Bitteschön.
Hier noch andere Fotos aus dieser schönen Stadt:
Stockholm Tag 4
[Wuz] Eine kleine Anekdote am Rande. In der Tunnelbana ist uns das Advertisment zum Clone-A-Willy-Kit aufgefallen und zufällig haben wir dann auch das besagte Geschäft ausfindig gemacht. Generell ein lustiger Laden indem einiges an „Geek“-Spielzeug verkauft wird, so kann man sich hier auch die Airzooka beschaffen, hab ich mir echt überlegt, aber leider zu groß für das Russlandgepäck.
Danach verbrachten wir den Rest der Zeit ganz Stockholm-like im Kulturhuset.
Am späten Nachmittag ging es dann zum Fähren-Terminal wo wir unsere Truppe aus Växjö zusammen mit rund 150 anderen Studenten aus Stockholm, Göteborg, Uppsala, Örebro, Växjö, Linköping, Jönköping, Lund, Malmö und Halmstad erwarteten. Die nicht so unimposante Viking Line M/S Amorella lag bereits vor Anker und wartete nur darauf die heldenhafte Truppe nach Turku, Finland zu bringen. Bei Abfahrt bot sich uns noch ein letzter Blick Stockholm bei Nacht, wie gesagt eine wunderschöne Stadt die ich gerne noch mal ausgiebiger besuchen möchte. Danach wurde erstmal das Schiff erkundet und Dinner eingenommen. Wir fanden ein fantastisches Restaurant zu durchaus angemessenen Preisen, die Burger, Rind-Pasta und das Steak waren exzellent, für mich fast eine neue Referenz. Dann wurden die Feierlichkeiten eingeleitet, vorsichtshalber wurden die Studenten scheinbar zwecks Schadensbegrenzung auf den Ankerdecks untergebracht. Die 4er Kabinen (in der wir mit Kate und Katie nächtigten) waren lächerlich eng und so wurde die Prepartys in den Schiffkorridoren abgehalten und danach der Club gestürmt. Der Trip begann echt viel versprechend und man bekam einen Vorgeschmack auf den Sea Battle nach Tallinn, welcher nach dem Russland Trip steigen sollte, aber dazu viel später. Mel hat in der Disco glaube ich sogar einen Kollegen aus Mauerbach getroffen, Namen hab ich leider vergessen. So ging es ausgelassen Richtung Turku.
Helsinki
Die Ankunft in Turku gestaltete sich äußerst unspektakulär, und wir wurden auf die 3 Busse aufgeteilt, wobei bis auf einen Franzosen alle geschafft haben. Obwohl dieser besagte, bedauernswerte Kollege (der aufgrund exzessiven Alkoholkonsums in Schiffsgewahrsam genommen worden war und dann erst die örtliche Polizei von seiner Unschuld überzeugen mußte) nicht von unserem Bus war, blieb trotzdem ein Sitz übrig, den ich erfolgreich verteidigen konnte und der die ganze Reise über in österreichisch-amerikanischen Besitz bleiben sollte. Die knapp 2 Stunden nach Helsinki vergingen dank Schlaf wie im Flug, und schon konnte es mit dem ersten Bus-Sightseeing losgehen. Mein erster Eindruck: sehr schöne Stadt aber es fehlt das gewisse Etwas oder der spezielle Flair wie zum Beispiel von Stockholm. Ein Highlight der Busbesichtigung war zum Beispiel die Felsenkirche Temppeliaukio-Kirche.
Nach der Bustour ging es in das sehr schöne und große Hotel (Hotel President) wo erstmal etwas Entspannung angesagt war.
Leider hatten wir nur eine Nacht in Helsinki und das Abendprogramm wurde durch widrige Wetterbedingungen eingeschränkt, der starke Wind verbreitete Eiseskälte und so verbrachten wir einen gemütlichen Abend mit gutem mexikanischen Essen und in einem English Pub.
[Mel] Mir hat Helsinki viel besser gefallen als Wuz. Weiß auch nicht genau warum, vielleicht liegts auch daran dass Wuz den einzigen Nachmittag in Helsinki im Bett verbracht hat anstatt sich mit mir (zugegebenermassen saumüde) auf Besichtigungstour zu begeben um die architektonischen Highlights zu bestaunen. ;)
[wuz] Bla, ich fand Helsinki auch sehr geil nur nach Stockholm hat man es als Stadt halt nicht leicht und das power-napping war nur Vorbereitung auf die abendliche Besichtigung!
[Mel] Da war zum Beispiel dieses merkwürdige aber faszinierende Kunstwerk:
Oder der tolle Bahnhof:
Und alles mögliche andere:
[Wuz] Am nächsten Tag ging es dann Richtung Russland, mehr dazu im nächsten Post. Liebe Grüße von meiner Seite in das hoffentlich sonnigere Wien. [Mel] Von mir natürlich auch; und danke an Wuz für die Hauptarbeit an diesem Eintrag.
June 2nd, 2007 at 08:29
Hehe… “Mir hat Helsinki viel besser gefallen als Wuz.”
Ich fand Wuz auch schon immer hässlich ;)